1.01
/17007/Ist_gendern_sinnvoll_Hierbei_bringen_mich_immer_wieder
Jetzt antworten

Ist #gendern sinnvoll?



Hierbei bringen mich immer wieder zwei Aspekte zum Nachdenken.

Zum einen, wenn man die Entgenderung der Sprache anwendet, wie es die Spreche bereits her gibt, zum Beispiel mit der Entgenderung nach Hermes Phettberg, indem man kurz gesagt alle Substantive mit einem I enden lässt und nur den Artikel das anwentet, dann fühlen sich die Betroffenen Minderheiten, für die man das ganze doch eigentlich machen soll schnell gedisst bzw. beleidigt. Beispielsätze: Zum Schuli gehen alle Schühlerli. Das Schülerli kann sein ein Männli, ein Frauli oder auch etwas anderes aber das Hundli geht zur Hundeschuli.

Was man hierbei nicht beachtet ist, dass es bereits kulturell etablierte Menschengruppen gibt, die diese Sprache sehr bewusst einsetzt, beispielsweise in der Schweiz. Ist die Ablehnung dieser Sprechweise dann nicht genau so ein Diss bzw. eine Beleidigung für viele Schweizer? Somit kehrt sich die Situation sogar um und eine Minderheit beschämt die andere.

Betrachtet man diese Situation psychologisch. Könnte man hier sogar von einer Opfer-Täter-Umkehr sprechen.

Das bringt mich zur zweiten Sache. LGBTQ... hat hier leider mehrere Interessengruppen vermischt. Man kann es in zwei Gruppen unterteilen. In sexuelle Orientierung und eigenes Körperbewusstsein. Dass sexuelle Orientierung sehr stark variieren und das sogar mehrmals im Leben oder nie festgelegt sein muss, das kann man in der Natur überall entdecken. Übrigens haben sogar viele Pflanzen zwei Geschlechter aber das nur am Rande. Beim Körperbewusstsein befinden wir uns in der Auseinandersetzung mit uns selbst und der eigenen Identität. In der Psychologie gibt es das Modell der Abspaltung eigener Identitätsanteile. Es kommt dann zur Ablehnung von Anteilen seines eigenen Ich-Bewusstseins. Und nun frage ich mich, ob das angesprochene Körperbewusstsein unter die Abspaltung der Identitätsanteile fällt. So eine Abspaltung entsteht bei schrecklichen Ereignissen, die das eigene Bewusstsein nicht mehr verarbeiten kann. Man kann hier sogar von einem Trauma sprechen. Aber wenn dem so ist und die Betroffenen solchen Ereignissen zum Opfer gefallen sind, ist dann die Genderneutrale Sprache, wie sie versucht wird zu etablieren mit kunstpausen in Substantiven und eigentlich größtenteils nur der umkehrbar von generic Maskulinum zu generic Femininum, ist das dann nicht genau so eine Opfer-Täter-Umkehr?

Ich möchte an der Stelle noch klar stellen. Wie man sich selbst sieht und empfindet kann man richtig oder falsch sein, es ist die Realität dessen was man ist. Erst wenn man sich mit anderen vergleicht und Abweichungen feststellt und nicht akzeptieren kann entsteht ein Leidensdruck, welche entweder direkt nach innen gerichtet ist (ich bin falsch) oder aber nach außen gerichtet (die anderen sind falsch) ist. Das wirklich Gefährliche ist hier und das betrifft uns alle, dass man lieber dazu neigt das Äußere als falsch darstellen als sich selbst insbesondere weil man damit von der Auseinandersetzung mit sich selbst abgelenkt werden kann und nicht spüren muss bzw. man ja dann auch wieder Bestätigung von außen erhält, von Gleichgesinnten.

Schönes Wochenende

#Sprache #GenderneutraleSprache #Gleichberechtigung #Diskussion #Meinung
2
10
13 antw. teilen pin


Antworten

Mir wird übel, wenn jemand gendert. Ich gehe weg und am Telefon lege ich auf.Hat bis heute funktioniert. Die Leute haben es mir gegenüber eingestellt.
4
11
5 antw.

Gender - Allergie 😂
1
8
0 antw.

Lächerlich! 🥱🤏🏻
8
1
3 antw.

Gratuliere! Intelligenz hat Dich gejagt und Du warst schneller.
0
8
2 antw.

Na ja. Kreativität, 3 von 10 Punkte, würde ich sagen... Fühl mich ja nicht ansatzweise beleidigt. 🤭
2
1
0 antw.

Flach. 👎
1
1
0 antw.

Halo
0
1
1 antw.

Halo ✌🏻
0
0
0 antw.

Halo wie geht es
0
2
0 antw.

Wie Mario Barth so schön sagt:
Ich gendere nicht.Ich habe einen Schulabschluß
1
6
2 antw.

🤣 recht hat er
1
5
0 antw.

Mario Barth ist ja eher die Verkörperung von, kein Schulabschluss und null Bildung. Sich mit ihm zu identifizieren, wäre mir ziemlich peinlich.
4
1
0 antw.

Ich finde es sehr schade, dass von vielen Menschen immer auf andere herab geblickt wird. Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit, seine Meinung zu äußern als den anderen herab zu würdigen???

Ich selbst gendere nicht, weil es einfach die Lesbarkeit der Sprache erschwert und die "übliche" Formulierung beide Geschlechter enthält. Ein triviales Beispiel aus dem Alltag: Ein "Anwohner frei" Schild im Straßenverkehr hieß schon seit je her für Männer UND für Frauen, dass wenn sie dort nicht wohnen, sie dort nicht durchfahren dürfen.

In so einem Kontext ist z.B. "Autofahrende" auch grammatikalisch nicht korrekt, denn das bezeichnet einen Zeitpunkt, der jetzt gerade just zu diesem Zeitpunkt passiert, denn wenn ein Autofahrer aus dem Auto aussteigt, nachdem er sein Fahrzeug geparkt hat, ist er immer noch Autofahrer - aber tatsächlich nicht mehr Autofahrender, denn das Fahrzeug fährt ja gar nicht. Sachlich betrachtet wäre so eine Bezeichnung schlichtweg falsch.

Zum Thema LBTQ...ichverwechseldasehimmer:
Wir sollten diesbezüglich die Relevanz im Kontext betrachten: Spielt es in dieser Situation überhaupt eine Rolle, auf das Geschlecht einzugehen?

Ein prägnantes Beispiel wäre z.B. beim Fußball, nicht zuletzt weil es in den Medien breit getreten wird: wenn jemand homosexuell ist, hat das irgendeine Relevanz auf das Spiel? Ich würde mal kühn behaupten: nein. Der Spieler spielt deswegen doch nicht besser oder schlechter Fußball, sondern er spielt deswegen gut Fußball, weil er jahrelang hart trainiert hat. Er bekommt deshalb auch nicht mehr oder weniger Geld von seinem Verein. Seine sexuelle Orientierung ist hier rein objektiv betrachtet, seine Privatsache und geht den Rest der Welt nichts an. Und ich finde, genau so sollte es dann auch gehandhabt werden.

Und bitte nicht falsch verstehen: beide Beispiels sagen überhaupt nichts über den Wert oder die Stellung eines Menschen aus, vielmehr ist das wie bei einem 100 Euro Schein: egal, ob man ihn auf den Schrank legt, zerknüllt, in die Ecke legt, ihn faltet oder in die Brieftasche steckt: er ist doch zu exakt jedem Zeitpunkt genau 100 Euro wert. Und genau so sollten wir unsere Mitmenschen betrachten: jeder Mensch hat - unabhängig von seinem Geschlecht oder seiner sexuellen Orientierung - seinen Wert, und der ist unbezahlbar.

Oder, mit anderen Worten etwas drastischer formuliert: Hört endlich auf, auf eure Mitmenschen herab zu blicken und kümmert euch gefälligst um euren eigenen Scheiß. Wertschätzung ist übrigens auch keine Einbahnstraße - Wertschätzung heißt auch, den anderen mit seiner Meinung, seinem Lebenskonzept und seinen Entscheidungen stehen zu lassen, ohne den Rest der Welt mit dem "eigenen" bekehren zu wollen. In diesem Sinne...
2
1
0 antw.